911 RSR zurück in der Weltmeisterschaft

Beim Sechsstundenrennen in Silverstone kehrt Porsche am 16. April nach einem Jahr Entwicklungspause mit seinem GT-Werksteam in die Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC zurück. Auf dem 5,901 Kilometer langen Silverstone Circuit, der Traditionsrennstrecke in den britischen Midlands, setzt das Porsche GT Team zwei neuentwickelte 911 RSR ein. Der 510 PS starke Rennwagen aus Weissach, der auf der siebten Generation der Sportwagenikone 911 basiert, feierte im Januar beim 24-Stunden-Rennen in Daytona seine erfolgreiche Rennpremiere. Der Automobilsport-Weltverband FIA hat die GT-Kategorie in der WEC weiter aufgewertet: In dieser Saison wird erstmals ein offizieller Weltmeistertitel vergeben.

Das Rennen
Der Silverstone Circuit ist mit legendären Kurven wie Becketts, Copse und Stowe eine der traditionsreichsten Rennstrecken der Welt. Am 13. Mai 1950 fand hier das erste Formel-1-Rennen der neueren Grand-Prix-Geschichte statt.

Die Porsche-Fahrer
Für das Porsche GT Team sind beim Auftaktrennen in Silverstone vier Werksfahrer mit dem neuen 911 RSR in der Klasse GTE-Pro am Start. Das Cockpit der Startnummer 91 teilen sich Richard Lietz (Österreich), der WEC-GT-Champion von 2015, und Frédéric Makowiecki (Frankreich). Mit der Startnummer 92 treten Michael Christensen (Dänemark) und Kévin Estre (Frankreich) an. In der Klasse GTE-Am setzt das Porsche-Kundenteam Dempsey Proton Racing einen 911 RSR aus den Vorjahren mit Porsche Young Professional Matteo Cairoli (Italien), Christian Ried (Schönebürg) und Marvin Dienst (Lampertheim) als Fahrer ein.

Der Porsche 911 RSR
Der 911 RSR ist eine komplette Neuentwicklung: Fahrwerk, Karosseriestruktur, Aerodynamikkonzept, Motor und Getriebe wurden in Weissach von Grund auf neu konstruiert. Der vor die Hinterachse gerückte Motor leistet je nach Restriktorgröße rund 375 kW (510 PS). Dank des besonders großen Heckdiffusors in Kombination mit dem hängend angebundenen Heckflügel konnten das Abtriebsniveau sowie die aerodynamische Effizienz signifikant verbessert werden. Auch in der WEC startet der 911 RSR im weiterentwickelten Werksdesign mit den Grundfarben Weiß, Rot und Schwarz.

Die Zeiten
Das Sechsstundenrennen startet am Sonntag, 16. April, um 12.00 Uhr Ortszeit (13.00 Uhr MESZ).

Live im TV
Der frei empfangbare Sender Sport1 schaltet um 13.00 Uhr zum Start sowie von 14.30 bis 14.55 Uhr und von 16.45 bis 19.00 Uhr live nach Silverstone. Um 00.00 Uhr zeigt er eine Stunde lang die Highlights. Das komplette Rennen ist im kostenlosen Livestream von 12.30 bis 19.30 Uhr auf Sport1.de zu sehen. Eurosport überträgt von 18.00 bis 19.15 Uhr die Schlussphase des Rennens sowie die Siegerehrung. Die in der Basisversion kostenlose FIA WEC App bietet gegen Gebühr einen Livestream des kompletten Rennens sowie die Zeitnahme.

Stimmen vor dem Rennen
Dr. Frank-Steffen Walliser, Porsche-Motorsportchef: „Es fühlt sich gut an, mit dem GT-Werksteam in die WEC zurückzukehren, noch dazu mit unserem komplett neu entwickelten 911 RSR. Wir haben uns als Team beim Prolog in Monza vor einer Woche intensiv auf alle möglichen Rennsituationen vorbereiten können, und das Feedback der Fahrer über den 911 RSR war sehr positiv. Trotzdem sind die Kräfteverhältnisse in der stark besetzten Klasse GTE-Pro schwer einzuschätzen. Nach dem ersten Rennen werden wir genauer wissen, wo wir stehen. Silverstone verspricht auf jeden Fall einen spannenden Saisonauftakt.“
Marco Ujhasi, Gesamtprojektleiter GT Werksmotorsport: „Wir gehen in Silverstone gut vorbereitet an den Start. Den WEC-Prolog in Monza haben wir genutzt, um in Sachen Fahrzeugabstimmung und Erprobung von Doppelstints mit einem Reifensatz gezielt auf das erste Saisonrennen hinzuarbeiten. Das Griplevel auf dem Silverstone Circuit ist sehr hoch und stellt ganz besondere Anforderungen an die Abstimmung. Da wir in dieser Saison pro Rennen nur noch vier Reifensätze verwenden dürfen, wird es noch wichtiger sein, die Reifen optimal zu nutzen.“
Richard Lietz (911 RSR #91): „Silverstone ist eine meiner Lieblingsstrecken und das erste Rennen, bei dem wir nur noch vier statt wie bisher sechs Reifensätze zur Verfügung haben. Das bedeutet, dass jeder Fahrer mit einem Doppelstint auf einem Reifensatz starten muss. Wir müssen in dieser Saison also noch mehr auf die Reifen aufpassen, damit sie über die Distanz nicht zu sehr abbauen. Das wird auf jeden Fall spannend. Unser neuer 911 RSR hat beim letzten Test in Monza alle Erwartungen erfüllt. Wir sind bereit für den Saisonstart.“
Frédéric Makowiecki (911 RSR #91): „Ich bin sehr glücklich, nach einem spannenden Jahr in den USA wieder in der WEC am Start zu sein. Unser neuer 911 RSR hat großes Potenzial, das haben wir bei den Tests gesehen. Wenn wir diese Stärken auch bei den Rennen abrufen können, werden wir sicherlich dabei sein, wenn es um Siege geht.“
Michael Christensen (911 RSR #92): „Silverstone als Saisonauftakt ist immer interessant. Mit dem Werksteam und dem neuen 911 RSR auf dieser Strecke in die WEC zurückzukehren, ist ganz besonders reizvoll. Ich freue mich darauf. Wir werden sicherlich eine spannende Saison erleben. Ich hoffe, wir können mit dem neuen Auto schon 2017 einige gute Resultate und vielleicht sogar Siege holen.“
Kévin Estre (911 RSR #92): „Das erste Rennen mit einem neuen Auto ist immer etwas ganz Besonderes. Wir hatten in Monza einen guten letzten Test, doch was der letztlich wert war, werden wir erst in Silverstone sehen. Das wird auf jeden Fall ein interessantes Rennen. Natürlich stehen wir alle etwas unter Druck, doch das ist nicht neu für uns. Wir müssen versuchen, fokussiert zu bleiben und unsere Arbeit gut zu machen. Wenn wir das schaffen, dann kommen irgendwann auch die Ergebnisse, die wir uns wünschen.“

Die Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC
In der Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC (World Endurance Championship) starten Sportprototypen und GT-Fahrzeuge in vier Klassen: LMP1 (z.B. Porsche 919 Hybrid), LMP2, LMGTE-Pro (z.B. 911 RSR) und LMGTE-Am (z.B. 911 RSR Modelljahr 2015). Sie fahren gemeinsam in einem Rennen, werden aber getrennt gewertet.

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